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Dieser maßgefertigte Ferrari 599 Supersportwagen hat die seltsamste Innenraummodifikation, die ich je gesehen habe.

Niels van Roij Daytona Shooting Brake Hommage front

Es fühlt sich immer noch seltsam an, dies mehr als 15 Jahre nach seiner Einführung zu sagen, aber wenn Sie einen Ferrari-Kombi mit V12-Motor wollen, sind Sie überraschend gut bedient – mit dem FF-Viersitzer-GT von 2011. Wenn Ihr Ferrari-Kombi etwas höher liegen soll, erfüllt der Purosangue Ihre Wünsche. Etwas Spezielleres? Nun, Niels van Roij Design hat das Richtige für Sie. Oder besser gesagt: für einen Besitzer, denn dieser coachgebaute Ferrari 599 Shooting Brake ist ein Unikat. Nennen Sie ihn nur nicht Ferrari. Aus rechtlichen Gründen handelt es sich hier um den Daytona Shooting Brake Hommage, der auf einer „italienischen Frontmotor-V12-Plattform“ basiert – und zwar einer, die den evo „Car of the Year“-Titel gewonnen hat.

Tatsächlich ist er nicht nur ein reizvolles Objekt für sich, sondern auch eine direkte Hommage an Luigi Chinetti Jr.s 1972er 365 GTB/4 ‚Daytona‘ Shooting Brake von Panther Westwinds. Dieses Fahrzeug wiederum war von Giotto Bizzarrinis Ferrari 250GT SWB ‚Breadvan‘ inspiriert.

Niels van Roij Daytona Shooting Brake Hommage rear

Vom Spenderfahrzeug ist nicht viel übrig geblieben – nur die Türen wurden vom Serien-599 übernommen. Der Rest wurde in Aluminium „neu interpretiert“. An der Front gibt es eine völlig neue Lichtbehandlung mit 3D-gedruckten Kohlefasergehäusen und einem durchgehenden orangefarbenen Designelement als direkte Anspielung auf das Fahrzeug von 1972. Auch der Kühlergrill ist neu und verfügt über integrierte Nebelscheinwerfer.

Die Karosserie – bestehend aus dem vorhandenen Fahrzeug und den neuen Elementen – ist vollständig aus Aluminium und zieht sich ohne abfallende „Breadvan“-Form nach hinten. Die Kombiform ersetzt die berühmten fliegenden Streben des 599 sowie die konvexe Heckscheibe und den Kofferraum. Tatsächlich ist alles hinter den Hinterrädern und der B-Säule einteilig – ohne sichtbare Fugen zum hinteren Stoßfänger oder einer Kofferraumklappe. Statt einer hebefähigen Glasheckklappe verfügt der Daytona Shooting Brake Hommage über elektrisch betriebene Schmetterlingsglasluken, die sich fast wie die Gepäckfächer eines GMA T.50 anheben. Im Inneren befinden sich sechs CNC-gefräste Aluminiumschienen für Ihr Gepäck, eingebettet in einen Kohlefaser-Ladeboden.

Die in die Karosserie eingelassene Heckscheibe mit dahinterliegenden, versenkten Leuchten ist einer der offensichtlichsten Verweise auf den Klassiker von 1972. Weniger klassisch ist der darunter angebrachte, enorme Kohlefaser-Heckdiffusor, aus dem vier große Auspuffendrohre ragen. Diese sind mittiger angeordnet, während der Stoßfänger des Serien-599 sie außerhalb des serienmäßigen Diffusors platziert, um Platz für den Luftstrom zu schaffen.

Niels van Roij Daytona Shooting Brake Hommage interior

Im Innenraum wird es richtig seltsam. In einer weiteren Anspielung auf den Breadvan von 1972 scheint man den Instrumententräger mit einem Brecheisen abgehebelt und in der Mitte des Armaturenbretts festgeklebt zu haben – wobei die mittleren Lüftungsdüsen vollständig ersetzt wurden. Unfreundlich könnte man sagen, es erinnere an die Innenräume des Toyota Yaris der frühen 2000er Jahre. Die Ergonomie in Frage zu stellen, ist jedoch durchaus berechtigt – aber dieses Auto ist ein vierrädriges Kunstwerk, und Kunst ist oft weder logisch noch in irgendeiner Weise sinnvoll. Obwohl nicht explizit bestätigt, scheint der Karosseriebauer Ferraris F1-Einzelkupplungsgetriebe beibehalten zu haben, anstatt es – wie bei 599ern zunehmend beliebt – auf ein Handschaltgetriebe umzurüsten.

Der Rest des Innenraums ist glücklicherweise in wunderschönem Cognac-Leder gehalten, mit Diamantsteppung auf den kohlefaserverstärkten Schalensitzen, und das Cavallino fehlt auffällig in der Mitte des Lenkrads. Auch hier: rechtliche Gründe. Bei solchen Unikaten ist der Preis oft eine Frage davon, ob man einen Blankoscheck ausstellen kann.

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