Laut einem Bericht von Bloomberg erklärte BYD-Managerin Li Ke, dass das Unternehmen plane, den Tang EV bereits Ende dieses Jahres auf dem europäischen Markt einzuführen – gestützt auf die überwältigende Nachfrage nach dem neuen siebensitzigen vollelektrischen Modell in China.

Li Ke sagte kürzlich in einem Interview auf dem FII Priority Europe Summit in Rom, dass der Tang EV Ende dieses Jahres oder Anfang 2027 in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum auf den Markt kommen werde.
Das im mittleren Preissegment angesiedelte Modell soll ein weiterer zentraler Pfeiler der europäischen Produktpalette von BYD werden. Bereits zuvor hatte BYD mit kleinen vollelektrischen und Hybridmodellen den europäischen Markt erobert. Mit dem neuen Modell wird der Wettbewerbsdruck auf die etablierten lokalen Automobilhersteller weiter steigen. Seit seiner Premiere auf der Auto China im April in Peking hat der BYD Tang EV bereits über 150.000 Bestellungen erhalten und sich zu einem Verkaufsschlager in China entwickelt. Nun plant das Unternehmen, das Modell auch international anzubieten.
Li Ke, Vizepräsidentin von BYD und Leiterin des globalen Geschäfts, erklärte: „Bereits in den ersten zwei Wochen nach dem Start der Vorbestellungen im April haben wir 100.000 Bestellungen erhalten.“
Im April erreichten chinesische Automobilhersteller einen gemeinsamen Marktanteil von 15 % am europäischen Markt für vollelektrische Pkw, während ihr Anteil an den gesamten Neuwagenverkäufen bei fast 10 % lag. BYD zählt zu den führenden Exporteuren. Die europäischen Hersteller hingegen sehen sich nicht nur in ihrer Heimat mit starker Konkurrenz konfrontiert, sondern ihr Marktanteil in China schrumpft weiter.
Der BYD Tang EV kostet auf dem chinesischen Markt rund 35.500 US-Dollar und positioniert sich damit im Wettbewerbsumfeld von Marken wie Mercedes-Benz, Kia und Volvo. Der Jaecoo 7 SUV von Chery verkauft sich auf dem britischen Markt gut und wird in der Branche als „Temu Range Rover“ bezeichnet, ist jedoch kein reines Elektrofahrzeug.
Eine Analyse der Deutschen Bank zeigt, dass der BYD Tang EV durch seine Blade-Batterie und die ultraschnelle Ladetechnologie einen deutlichen Vorteil gegenüber Wettbewerbern im gleichen Segment auf dem chinesischen Markt hat. Die Institution prognostiziert, dass das Modell monatlich bis zu 10.000 Einheiten verkaufen könnte.
Li Ke ergänzte, dass BYD seine Investitionen auf dem europäischen Markt verstärke. Die Produktionskapazitäten für Fahrzeuge und Komponenten im ungarischen Werk würden kontinuierlich ausgebaut. Gleichzeitig prüfe das Unternehmen einen zweiten Produktionsstandort in Europa, der endgültige Standort sei jedoch noch nicht festgelegt. Sie verriet zudem, dass BYD sein europäisches Entwicklungsteam erweitern werde, um sich auf autonome Fahrtechnologien und Datenentwicklung zu konzentrieren.
Mit Blick auf den chinesischen Markt sagte Li Ke, dass BYD trotz der schwächeren Gesamtmarktlage weiterhin ein stabiles Wachstum erwarte. Die Marke setze dabei auf neue Technologien und Premiummodelle, um die Ergebnisse zu steigern. Li Ke erklärte: „Die Verbraucher halten sich derzeit mit Käufen zurück. Wie sich die Lage entwickelt, ist noch schwer abzuschätzen – möglicherweise wird sich der Markt im zweiten Quartal verändern.“










