
Eine solche Aussage, so das Magazin Manager Magazin, habe ein hochrangiger Manager des Unternehmens Mercedes-Benz getroffen und damit die Aussichtslosigkeit des teuren elektrischen Sportwagens auf dem Markt eingeräumt.
Das Unternehmen Mercedes-Benz befinde sich aufgrund strategischer Fehler der Führung, nämlich überhöhter Erwartungen an Elektroautos und deren allzu revolutionärem Design, in keiner guten finanziellen Verfassung. Ende letzten Jahres verließ Chefdesigner Gorden Wagener das Unternehmen, doch die Früchte seiner Arbeit werde Mercedes noch etwa zwei Jahre ernten, da das Design neuer Modelle bereits in einem frühen Entwicklungsstadium festgelegt werde. Nicht alle „Elektroautos“ von Mercedes-Benz seien gefloppt – die neue CLA-Klasse beispielsweise verkaufe sich recht ordentlich, aber wenn man nur das obere Preissegment betrachte, dann ja – sei alles schlecht.



Käufer von Luxusautos wenden sich heute entschieden von „Elektroautos“ ab, und weder hohe Benzinpreise noch Appelle an das Umweltbewusstsein können sie umstimmen. Die sogenannte Crème de la Crème der Gesellschaft verlange nun von den Herstellern traditionelle Automobilwerte – brüllende Verbrennungsmotoren (idealerweise Saugmotoren), analoge Instrumente, physische Schalter und ein natürliches Fahrgefühl. Nichts davon habe der neue Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé, daher sei es nicht verwunderlich, dass selbst innerhalb des Unternehmens niemand an seinen Erfolg glaube.

Das Magazin Manager Magazin berichtet, dass es im Vorstand von Mercedes-Benz Uneinigkeit darüber gebe, ob der elektrische Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé in Produktion hätte gehen sollen oder ob man trotz des hohen Fertigstellungsgrades hätte darauf verzichten müssen. Einer der Führungskräfte habe direkt erklärt, dass „dieses Auto nie hätte das Licht der Welt erblicken dürfen“, aber es seien so viele Mittel und Mühen investiert worden, dass man beschlossen habe, die Sache zu Ende zu bringen.



Die Premiere des elektrischen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé fand im Mai dieses Jahres in Los Angeles statt und war irgendwie verzweifelt pompös, mit Straßensperrungen in der Innenstadt, einem Rockkonzert, einem Feuerwerk und einem Pool von Gästen aus dem Showgeschäft. Auch Brad Pitt war bei der Veranstaltung zu sehen, der sich (gegen ein ordentliches Honorar, wie man annehmen darf) bereit erklärt hatte, das Gesicht des neuen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé zu werden.

Das erste vollständig eigenständige Elektroauto von Mercedes-AMG wurde bereits 2021 angekündigt, 2022 folgte mit dem Konzept Vision AMG der Prolog, und 2025 wurde der Prototyp Mercedes-AMG GT XX vorgestellt. Anzumerken ist, dass der Prototyp ein weitaus interessanteres und ausgewogeneres Design hatte als das Serienmodell Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé – man kann sich nur wundern, wie das passieren konnte.

Die Kritiken zum Design des neuen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé im Netz sind größtenteils nicht schmeichelhaft, wenn auch nicht so schrecklich wie die zum Design des Ferrari Luce. Auch der berührungsempfindliche Innenraum des elektrischen Schrägheck-Liftbacks von Mercedes-AMG rief beim Publikum keine Begeisterung hervor – sinngemäß: Wie lange wollt ihr uns noch mit diesen Bildschirmen füttern, hört endlich damit auf. Es ist bereits bekannt, dass zukünftige Mercedes-Benz Modelle wieder mehr physische Knöpfe haben werden.


Die technischen Daten des Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé wirken im Vergleich zu den Top-Modellen „chinesischer“ Hersteller eher durchschnittlich: Der Dreimotor-Antriebsstrang in der Version GT 55 leistet 816 PS, in der Version GT 63 sind es 1169 PS. Auf 100 km/h beschleunigt die Version GT 55 in 2,8 Sekunden, die Version GT 63 in 2,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist in beiden Fällen auf 300 km/h begrenzt. Für die emotionale Einbindung des Fahrers sind ein Generator für das Brüllen eines Benzin-V8 und ein Gangwechselsimulator vorgesehen, aber solche „Spielereien“ inspirieren heute kaum noch jemanden und dienen lediglich als zusätzlicher Anlass für sarkastische Kommentare.
In Deutschland kostet der Mercedes-AMG GT 55 4-Türer Coupé ab 154.700 Euro, der Mercedes-AMG GT 63 4-Türer Coupé ab 196.350 Euro.










