
Im Sommer leidet das Auto nicht nur während der Fahrt, sondern auch beim Parken. Während der Fahrer am Strand entspannt oder im Büro arbeitet, heizt sich die Karosserie auf bis zu 70 °C auf, der Kunststoff im Innenraum wird weicher und die Luft im Inneren verwandelt sich in eine regelrechte Sauna. Ein einzelner heißer Tag endet selten mit ernsthaften Folgen, aber wenn das Auto wochenlang in der prallen Sonne steht, beginnen sich die Probleme anzuhäufen. Die gute Nachricht ist, dass die meisten davon vermieden werden können.
Warum Hitze für das Auto gefährlich ist
Der Hauptfeind ist nicht die hohe Lufttemperatur, sondern die direkten Sonnenstrahlen. In der Sonne erhitzt sich die Karosserie des Autos viel stärker als die Umgebung, und der Lack ist ständigen Temperaturschwankungen ausgesetzt.
Durch die Hitze können Schäden entstehen an:
- Lack
- Kunststoffteilen im Innenraum
- Bezügen aus echtem und Kunstleder
- Bildschirm des Multimediasystems
- Batterie
- Gummidichtungen
Wenn die Karosserie längere Zeit nicht mit Wachs oder einer Keramikbeschichtung geschützt wurde, reduziert UV-Licht allmählich die Farbsättigung. Besonders auffällig ist dies bei roten, blauen und schwarzen Autos. Die Sonne macht keine Unterschiede – sie ist gleichermaßen gnadenlos gegenüber einer günstigen Limousine wie einem teuren SUV.
Wie man den Innenraum vor der prallen Sonne schützt
Der Innenraum des Autos heizt sich schneller auf als die Karosserie. Bereits nach einer Stunde kann die Temperatur unter der Windschutzscheibe deutlich höher sein als die Lufttemperatur.
Um die Erwärmung zu verringern, sollten einige einfache Regeln beachtet werden:
- Verwendung einer Sonnenschutzblende für die Windschutzscheibe
- Nach Möglichkeit im Schatten parken
- Fenster leicht öffnen, wenn dies sicher ist
- Kunststoff und Leder regelmäßig mit Schutzmitteln behandeln
- Keine elektronischen Geräte auf dem Armaturenbrett liegen lassen
Selbst ein gewöhnlicher Sonnenschutzvorhang kann die Temperatur von Armaturenbrett und Lenkrad deutlich senken.
Wie man das Auto für die Urlaubszeit abstellt
Wenn das Auto mehrere Wochen nicht genutzt wird, sollte man sich besser im Voraus auf die Aufbewahrung vorbereiten.
Vor einem längeren Stand wird empfohlen:
- Die Karosserie gründlich zu waschen
- Bitumen-, Harz- und Insektenreste zu entfernen
- Schutzschicht aus Wachs aufzutragen
- Den Reifendruck zu überprüfen
- Lebensmittel, Getränke und Powerbanks aus dem Innenraum zu entfernen
Wenn möglich, ist es besser, eine atmungsaktive Schutzabdeckung zu verwenden. Ein schmutziges Auto mit einer dichten Plane abzudecken, ist hingegen nicht ratsam: Darunter verwandelt sich Staub in ein Schleifmittel, das bei der geringsten Windbewegung beginnt, den Lack auf sehr eigenwillige Weise zu polieren.
Warum die Batterie im Sommer belastet wird
Viele glauben, dass die Batterie nur im Winter entladen wird. In der Praxis verkürzt auch Hitze ihre Lebensdauer.
Hohe Temperaturen beschleunigen die chemischen Prozesse im Inneren der Batterie, erhöhen die Selbstentladung und begünstigen das Verdampfen des Elektrolyts. Wenn das Auto lange Zeit stillsteht und die Alarmanlage ständig im Bereitschaftsmodus ist, sinkt die Ladung allmählich.
Besonders auffällig ist dies bei Autos mit einer Alarmanlage, die mit einem Neigungs- und Erschütterungssensor ausgestattet ist. Im Sommer dehnt sich die Karosserie stärker aus und kühlt wieder ab, es gibt mehr Vibrationen durch Gewitter, Wind und vorbeifahrenden Verkehr. Die Elektronik wacht häufiger auf, aktiviert regelmäßig die Sensoren und verbraucht Energie. Es entsteht ein eigentümliches Paradoxon: Im Winter verbraucht die Batterie ihre Kraft für den Kaltstart des Motors, im Sommer für das geduldige Warten auf den Besitzer.
Was man nicht im Auto zurücklassen sollte
Hohe Temperaturen sind nicht nur für das Auto gefährlich, sondern auch für die Gegenstände darin.
Bei Hitze sollte man besser Folgendes aus dem Innenraum und Kofferraum mitnehmen:
- Gaspatronen
- Aerosoldosen
- Feuerzeuge
- Lithium-Akkus
- Medikamente
- Plastikflaschen mit kohlensäurehaltigen Getränken
Bei starker Erwärmung steigt der Druck in Aerosolen und Feuerzeugen stark an. Im besten Fall verlieren sie ihre Dichtigkeit, im schlimmsten Fall können sie zerbersten und die Innenausstattung des Autos beschädigen. Ein solches Feuerwerk gehört definitiv nicht zur Liste der sommerlichen Vergnügungen.
Einfache Gewohnheiten, die das Auto erhalten
Das Auto vollständig vor Hitze zu schützen, ist unmöglich, aber die Folgen deutlich zu reduzieren, ist durchaus realistisch.
Es reicht aus, einige Regeln zu beachten:
- Einen Parkplatz im Schatten wählen
- Sonnenschutzblenden verwenden
- Die Karosserie regelmäßig waschen und die Schutzschicht erneuern
- Keine gefährlichen Gegenstände im Auto lagern
- Den Zustand der Batterie bei längerem Stand kontrollieren
Ein paar Minuten Vorbereitung sind viel günstiger als die Wiederherstellung eines ausgebleichten Innenraums, der Austausch der Batterie oder eine Neulackierung der Karosserie. Die Sommersonne verzeiht keine Fehler, belohnt aber gerne sorglose Besitzer damit.










