Der Vorstandsvorsitzende von Porsche, Michael Leiters, hat bestätigt, dass das Unternehmen plant, vor der betrieblichen Sommerpause im Juli eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern über die zweite Runde des Kostensenkungsprogramms zu erzielen. Dieses Programm umfasst sowohl Maßnahmen zur Kapazitätsreduzierung als auch zur Personaloptimierung. Die jährliche Fahrzeugproduktion wird für dieses Jahr auf unter 280.000 Einheiten festgelegt, was unter dem Niveau von 2025 liegt. Diese Entscheidung ist eine direkte Reaktion auf den Druck durch die US-Zollpolitik und den zunehmenden Wettbewerb auf dem europäischen Markt und markiert eine strategische Neuausrichtung von Porsche, weg vom Wachstum hin zur Gewinnorientierung.
Die Finanzdaten zeigen, dass der Umsatz von Porsche im Jahr 2024 bei rund 40 Milliarden Euro lag, ein Rückgang von 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettogewinn sank auf 3,6 Milliarden Euro, ein Rückgang von 30,3 %. Aufgrund dieser Ergebnisse senkte das Unternehmen sein mittelfristiges Gewinnmargenziel von 17 % bis 19 % auf 15 % bis 17 %. Um die Rentabilität wiederherzustellen, plant Porsche, bis 2029 rund 3.900 Stellen abzubauen. An den Standorten Zuffenhausen und Weissach in Deutschland sollen etwa 1.900 Stellen durch natürliche Fluktuation, Einstellungsstopps und freiwillige Abfindungsprogramme gestrichen werden. Diese Verschlankung der Personalstruktur gleicht einem chirurgischen Eingriff, um den Anteil der Fixkosten zu senken und sich an das neue Marktumfeld anzupassen.

Auf der Produkt- und Lieferkettenebene vertieft Porsche die Zusammenarbeit mit Audi, um die Effizienz in Forschung & Entwicklung sowie im Einkauf zu steigern. Obwohl die Produktion der aktuellen 718er-Serie mit Benzinmotoren (Boxster und Cayman) im letzten Jahr eingestellt wurde, bleibt die Einstiegs-Baureihe 718 erhalten, um weiterhin neue Kunden zu gewinnen. Angesichts des dritten Jahres in Folge mit rückläufigen Verkaufszahlen in China, wo der Rückgang 2024 bei 28 % lag, kündigte der Porsche China CEO, Alexander Pollich, an, das Händlernetz von 160 Standorten Anfang 2024 dynamisch auf 100 Standorte bis 2026 anzupassen. Gleichzeitig werden die lokalen Forschungs- und Entwicklungs- sowie Einkaufsaktivitäten verstärkt. Diese Maßnahmen zeigen, dass Porsche durch die Reduzierung von Produktion und Verkaufsvolumen, die Optimierung der Vertriebsstruktur und die Stärkung der Konzernsynergien sein Kostensystem neu aufbaut, um den Auswirkungen der sich verändernden globalen Automobilmarktlandschaft auf die Preissetzungsmacht von Luxusmarken zu begegnen.











