
In letzter Zeit erreichen uns Nachrichten aus Toljatti mit lobenswerter Regelmäßigkeit. Kaum hatten wir über das Debüt der neuen Motorengeneration und den Serienstart der stark überarbeiteten Niva Legend berichtet, mussten wir schon wieder in die Heimat von AWTOWAS reisen. Diesmal fand dort die feierliche Eröffnung einer neuen Produktionslinie für die Beleuchtung des kommenden Crossover Lada Azimut statt.
Wir möchten gleich anmerken, dass die neue Produktion nicht direkt zu AWTOWAS gehört, denn die moderne Automobilindustrie setzt in jedem Fall die Zusammenarbeit mit Hunderten von Zulieferern und verschiedenartigen Partnern voraus. Die Herstellung der Lichttechnik für den Azimut hat das Unternehmen „Lighting Solutions“ übernommen, das im September 2023 gegründet wurde und sich auf dem Gebiet der Sonderwirtschaftszone „Toljatti“ befindet. Heute hat die Firma die Montage, das Spritzgießen von Kunststoffteilen und die Produktion moderner LED-Beleuchtungstechnik gemeistert.





Das Unternehmen beliefert die Montagebänder des Toljattiner Automobilwerks mit Scheinwerfern und Rückleuchten für Modelle wie Granta, Niva Travel und Largus sowie mit Nebelscheinwerfern für Granta, Largus und Iskra. Die Produktion moderner Optik für den neuen Crossover Azimut erforderte jedoch einen technologischen Sprung: Das Unternehmen hat als erstes in Russland das Drei-Komponenten-Spritzgießen von großformatigen Teilen gemeistert.



In die neuen technologischen Linien wurden 1,9 Milliarden Rubel investiert, und das Gesamtinvestitionsvolumen in das Projekt übersteigt 3,5 Milliarden Rubel. Die Arbeiten wurden selbstverständlich in Kooperation mit AWTOWAS sowie mit Unterstützung der Regierung der Oblast Samara und der Stiftung für Industrieentwicklung durchgeführt.
Die Schlüsselkomponente der neuen Linie ist eine moderne Hochleistungs-Spritzgießmaschine – eine automatisierte Injektions-Spritzgießmaschine zur Herstellung von Teilen aus Thermoplasten im Spritzgussverfahren. Diese Maschine ist wirklich beeindruckend: Sie bietet eine Schließkraft von 2800 Tonnen, was die Herstellung einer durchgehenden Rückleuchte mit komplexer Geometrie in der Länge einer Heckklappe – also fast der Fahrzeugbreite – ermöglicht. Nicht weniger beeindruckend ist das tonnenschwere Spritzgießwerkzeug – das Herz der Spritzgießmaschine, in dem die direkte Formung des Endprodukts stattfindet.




Die Bedeutung der neuen Produktion für das Werk wurde auch von AWTOWAS-Präsident Maxim Sokolow unterstrichen: „Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt einer der Diamanten in der Krone unserer Produkte sein wird.“ Und dann der entscheidende Moment: Giorgio Verducci, Maxim Sokolow und der Leiter der Stadtverwaltung von Toljatti, Ilja Suchich, drückten gleichzeitig auf die Knöpfe, die Maschine begann zu arbeiten, und nach einiger Zeit erschien auf dem Ausgabeförderband die erste gefertigte zentrale Rückleuchte für den Crossover Azimut.

Die Lichttechnik des Azimut besteht jedoch nicht nur aus einer neuen Rückleuchte, sondern aus einer ganzen Palette hochtechnologischer Elemente. So sind die Hauptscheinwerfer des Crossovers mit vollständig LED-basierten Lada Xvision-Elementen ausgestattet, deren Konstruktion ein patentiertes Kühlsystem verwendet. Dieses ist für den stabilen Betrieb der Dioden, die Verhinderung von Überhitzung und die Aufrechterhaltung der Lichthelligkeit unter verschiedenen klimatischen Bedingungen notwendig.
Insgesamt ist „Lighting Solutions“ vollständig bereit für die Produktion des kompletten Lichttechnik-Sets für das neue AWTOWAS-Modell – dies umfasst Hauptscheinwerfer und Tagfahrlichtmodule sowie die zentrale, seitliche und Nebelschlussleuchte. Die Kapazitäten des Werks sind auf die Herstellung von bis zu 80.000 Optiksätzen pro Jahr ausgelegt, was bedeutet, dass der gesamte Bedarf des Toljattiner Automobilriesen an Lichttechnik für den Lada Azimut vollständig gedeckt sein wird.




Erfreulich ist, dass das Unternehmen nicht beabsichtigt, sich auf dem Erreichten auszuruhen – bereits jetzt wird intensiv an der Erweiterung des Produktsortiments gearbeitet. Die Zeit wird zeigen, wie erfolgreich der Azimut selbst sein wird, aber es ist erfreulich, dass sein Licht hier, in Russland, entzündet wird. Denn die Entwicklung der Automobilindustrie misst sich nicht nur an der Anzahl der produzierten Fahrzeuge, sondern auch an der Zahl der Technologien, die das Land selbstständig zu entwickeln gelernt hat.










