Start Technik Mercedes wird mit deutschen Gewerkschaften über ein neues Kostensenkungsprogramm beraten.

Mercedes wird mit deutschen Gewerkschaften über ein neues Kostensenkungsprogramm beraten.

Laut Medienberichten wird die Mercedes-Benz Group mit Arbeitnehmervertretern über weitere Kostensenkungsmaßnahmen beraten. Britta Seeger, Personalvorständin von Mercedes, erklärte in einem Interview in der Stuttgarter Zentrale, dass das Unternehmen offizielle Verhandlungen mit der Führungsebene der deutschen Gewerkschaften über zusätzliche Maßnahmen zur Kostensenkung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aufnehmen werde. Die entsprechenden Pläne sollen parallel zum bestehenden, bis 2034 gültigen Tarifvertrag umgesetzt werden. Viele deutsche Industrieunternehmen haben solche Vereinbarungen getroffen. Die Mitarbeiter von Mercedes sind durch die interne „Zukunftssicherungsvereinbarung (ZuSi)“ geschützt, die betriebsbedingte Kündigungen in den deutschen Werken des Unternehmens ausschließt und langfristig stabile Arbeitsbeziehungen in der deutschen Automobilindustrie sichert. Die deutschen Werke sind die zentralen Produktionsstandorte des Luxusautoherstellers. Bisher hat Mercedes die Personalstärke nur durch natürliche Fluktuation und freiwillige Abgänge reduziert.

Mercedes wird mit deutscher Gewerkschaft über neue Kostensenkungspläne verhandeln

Diese Gespräche finden statt, während Mercedes unter doppeltem Druck steht: den US-Importzöllen auf Autos und den anhaltend rückläufigen Verkaufszahlen auf dem chinesischen Markt. Wie andere führende Automobilhersteller überprüft Mercedes derzeit seine Kostenstruktur, um die Auswirkungen der US-Zölle und die Folgen der anhaltenden Schwäche des chinesischen Marktes zu bewältigen.

Seeger sagte: „Wir müssen überprüfen, ob Mercedes und der Standort Deutschland alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um im Wettbewerb der Branche eine vorteilhafte Position zu behaupten. Wir müssen sicherstellen, dass der Standort Deutschland über ausreichende industrielle Wettbewerbsfähigkeit verfügt.“

Um die bereits unter Druck geratenen Gewinnmargen zu halten, setzt Mercedes zudem unternehmensweit auf Künstliche Intelligenz (KI), um durch Digitalisierung die Produktionseffizienz zu steigern und Kosten zu senken. Seeger ist überzeugt, dass KI die Gesamtproduktivität von Mercedes erheblich steigern wird. Sie betonte, dass KI nicht nur ein Instrument zum Personalabbau sei, sondern auch die Arbeitsabläufe im Unternehmen umfassend optimieren und die Effizienz steigern könne.

Vor etwa 18 Monaten begann das Unternehmen mit der Erfassung von Nutzungsdaten zur KI. Damals nutzten nur 30 % der Mitarbeiter täglich KI; heute liegt dieser Anteil bei 60 %. Mercedes plant, diese Durchdringungsrate bis Ende des Jahres auf 70 % zu erhöhen. Seeger erklärte: „In einigen Geschäftsbereichen des Konzerns nutzen bereits alle Mitarbeiter täglich KI. Die Geschwindigkeit der Technologieeinführung nimmt rasant zu.“

Die Mercedes-Benz Group setzt auf neue Modelle und den aktuell guten Auftragsbestand, um die Geschäftsergebnisse in der zweiten Jahreshälfte zu verbessern. Im ersten Quartal dieses Jahres sank die operative Marge im Fahrzeuggeschäft von Mercedes von 7,3 % im Vorjahreszeitraum auf 4,1 %. Der Rückgang fiel jedoch geringer aus als von vielen Analysten prognostiziert. Das Gesamtergebnis liegt im mittleren Bereich der Jahresziele. Das Unternehmen erwartet eine schrittweise Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten.

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